Für das Jahr 2023 wurden insgesamt 232 Kauf- und Schenkungsangebote an das Historische Museum Hannover (HMH) gezählt. Das heißt, dass pro Arbeitstag minimal ein Objekt oder Objektkonvolut bei den Mit­arbeiterinnen des HMH angeboten wird. Fast zwei Drittel der Angebote musste abgelehnt werden. Unter diesen abgelehnten Gegen­ständen waren außer vielen Hannover-Ansichten u.a. mehrere Objekte mit Bezug zur EXPO 2000, ein Jagdwagen, Spielzeug, Textilien und Ofenplatten. Ablehnungsgründe waren neben fehlendem Bezug zum Sammlungskonzept vor allem Platzgründe und die Tatsache, dass viele Objektarten bereits exemplarisch in den Sammlungen vorhanden sind.

Im Jahr 2023 kamen mehrere Sondereffekte hinzu: Zum einen führte ein Zeitungsartikel (HAZ vom 05.02.2023) über die im HMH angelegte Sammlung zur Corona-Pandemie zu überdurchschnittlich vielen Angeboten aus diesem Bereich. Die Objekte wiederholten sich jedoch und wurden daher häufig abgelehnt – vor allem Masken, Tests und Informationsaushänge hatten die Anbietenden gesammelt. Im Zuge der Sonderausstellung „Premierenfieber“ zur Kinokultur der 1950er Jahre wurden immer wieder Film­programm­hefte angeboten, die ebenfalls bereits in großer Zahl im HMH vorhanden sind. Zusätzlich kommt zum Tragen, dass das frühere Museum für Energiegeschichte geschlossen wurde, dessen Sammlung das HMH 2024 übernehmen wird. Objekte, die früher das MfE bekommen hätte, werden jetzt vermehrt dem HMH angeboten.

Als Schenkung in die Sammlung aufgenommen werden konnten neben zahlreichen interessanten „Corona-Objekten“ u.a. ein Gedenkfingerhut zum Ersten Weltkrieg, ein Humpen mit antisemitischen Motiven aus den 1910er Jahren sowie ein Herrenhausen-Gemälde von Werner Hantelmann aus dem Jahr 1927.

Freya Akkerman, Sammlungsmanagement HMH